Geilenkirchen Kreis Heinsberg NRW

Geologische Informationen für Geilenkirchen

Das Umfeld Geilenkirchens ist geprägt durch landwirtschaftliche Nutzung und zeigt sich heute als Ackerlandschaft und westlich von Geilenkirchen zum Teil als Heidegebiet. Durch das milde, von der Nordsee beeinflusste Seeklima, mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von ca. 750 Millimetern, bieten sich gute Voraussetzungen für Agrarkulturen.
Geilenkirchen Agrarkulturen landwirtschaftliche Nutzung
Geilenkirchen Agrarkulturen landwirtschaftliche Nutzung
Eine zu großen Teilen ebene Landschaft, mit sanft ansteigenden Hängen entlang des Wumtals, mit kleinen Dörfern prägen das Bild um Geilenkirchen. Die Besiedlung und spätere landwirtschaftliche Nutzung erfolgte nachweislich bereits in der Steinzeit. Die ersten jungsteinzeitlichen Bauern begannen den Wald zu roden, um Platz für ihre Siedlungen und Äcker zu schaffen, auf denen sie die Spelzweizensorten Emmer, Dinkel und Einkorn anbauten. Heute hat neben dem Getreideanbau der Anbau von Zuckerrüben, Mais und Kartoffeln eine große Bedeutung.

Zu Beginn unserer heutigen Zeitrechnung war die Landschaft von Wald bedeckt, bis der Mensch durch Rodungen über zwei Jahrtausende hinweg das Landschaftsbild schuf, welches wir heute kennen. Um etwa 500 begannen die Franken damit, den Wald in größerem Ausmaß zu roden und das Land zu kultivieren.

Icon Wappen Geilenkirchen Aus dieser Zeit stammen auch die Ortsnamen mit der Endung -rath, wie zum Beispiel Tripsrath, Süggerath, Grotenrath, um nur einige zu nennen. Auch im 19. Jahrhundert war das Gebiet noch von Gehölzen und kleineren Wäldern durchsetzt, von denen heute noch viele Flurnamen Zeugnis geben. Entsprechend dem früheren Landschaftsbild findet man im Umfeld Geilenkirchens außerdem Ortsnamen mit der Endung 'broich' (Bruch) für Ortschaften in feuchten Niederungen und die Endung 'heid' (Heide) für Ortschaften in ehemaligen Heidegebieten. Beispiele sind die Ortsnamen Hochheid und Niederheid. Ortschaften Weiler Höfe
Landschaftsbild Umfeld Geilenkirchen
Landschaftsbild Umfeld Geilenkirchen

Jülicher Börde - Geilenkirchener Lehmplatte

Icon Geologie Die Stadt Geilenkirchen liegt auf einer Hauptterrasse der Geilenkirchener Lehmplatte, im Raum des Niederrheinischen Tieflandes (Niederrheinische Bucht). Die »Geilenkirchener Lehmplatte« gehört zur Kulturlandschaft Jülicher Börde - Selfkant.

Geilenkirchen liegt inmitten dieser Lehmplatte. Die Höhe dieser Kulturlandschaft variiert von ca. 100 m über NN und ca. 30 m über NN an der unteren Rurniederung.
Geilenkirchener Lehmplatte
Sie umfasst die Jülicher Börde im Süden und den Bereich der Selfkant-Terrassenplatte im Norden, deren zentraler Bereich die leicht nach Norden geneigte Geilenkirchener Lehmplatte ist. Das Stadtzentrum liegt auf einer Höhe von 96 m über NN, steigt aber vom Bett der Wurm nach Süden (Hünshoven) und Norden (Bauchum) an.

Die Geilenkirchener Lehmplatte geht im Selfkant bei Höngen-Tüddern entlang einer 12 m hohen Geländestufe in die Mittelterrassenebene von Havert über und fällt nach allen Seiten ab. In die Geilenkirchener Lehmplatte sind Rodebach und Saeffeler Baches tief eingeschnitten. Sie verlaufen in Ost-West-Richtung und fließen im Westen der Maasebene zu. Die Wurm gehört ebenfalls zum Stromgebiet der Maas.

Jülicher Börde Geilenkirchener Lehmplatte

Sand- und Tonschichten + Kiesablagerungen

Icon Historisch Durch den Verlauf der erweiterten Maas wurde während der Eiszeit an der Jülicher Börde (Landschaft am Nordrand der Eifel) und dem Bereich der Selfkant-Terrassenplatte, der Geilenkirchener Lehmplatte, unter dem fruchtbaren Lössboden, so mancher Kübel Sand abgelagert. Wenn wir (aus welchem Grund auch immer) Löcher graben, können wir die Sandkästen der Kinder gleich auffüllen.

Westlich von Geilenkirchen befindet sich das ca. 450 Hektar große Naturschutzgebiet Teverener Heide, mit (künstlichen) Seen und Moorgebieten, wo man die Schichtung gut erkennen kann (Foto). An den Kies- und Sandgruben in der Heide finden Sie meine Aussage bestätigt. Der geologische Untergrund besteht aus Sand- und Tonschichten (Jungtertiär), die von Sedimenten wie Schotter, Kies und Sand von Rhein und Maas überlagert werden.
Geilenkirchen Sandschichten Tonschichten Kiesablagerungen

ZurTeverener Heide habe ich eine gesonderte Seite mit einigen Fots, Anfahrtsbeschreibungen und Karten erstellt.

Zwei Erdbeben in jüngster Vergangenheit

Icon Historisch Am 09. September 2011 um 21:02 Uhr gab es ein Erdbeben am Niederrhein, das auch in Geilenkirchen spürbar war. Das Epizentrum des Bebens mit der Stärke 4,4 auf der Richterskala lag im Kreis Kleve bei Goch und verursachte keine größeren Schäden. Die Auswirkungen des Bebens waren nach Angaben von Erdbebenstationen im Ruhrgebiet, im Münsterland und bis nach Amsterdam zu spüren.

Am 13. April 1992, gab es ein Erdbeben der Stärke 5,9 im Rheinland. Es war das bisher letzte Schaden verursachende und stärkste Erdbeben in Mitteleuropa seit 1756. Sein Epizentrum lag 4 km südwestlich von Roermond in den Niederlanden. Personen wurden durch herabfallende Kamin- und Dachziegel verletzt. Die größten Schäden entstanden in dem Gebiet um die Stadt Heinsberg. Insgesamt entstand ein Sachschaden von etwa 150 Millionen Mark.

Das Flüsschen Wurm

Icon Historisch Das Flüsschen Wurm fließt mitten durch Geilenkirchen und bildet die natürliche Grenze zwischen dem ursprünglichen Geilenkirchen und dem Stadtteil Hünshoven. Als Wurmrevier bezeichnete man in den 20er bis 60er Jahren das Zechengebiet (Steinkohle) von Alsdorf, Herzogenrath, Hückelhoven, Kerkrade, Kohlscheid, Merkstein und Siersdorf.

Die Wurm entspringt in Aachen, fließt von dort aus vorbei an Würselen und Herzogenrath, durch Geilenkirchen und mündet nördlich von Heinsberg in die Rur. Beiderseits der Wurm steigt das Niveau über sanfte Hügel an. Die Wurm bei Geilenkirchen
Wurm Geilenkirchen Wasserläufe
Geilenkirchen Würmtal
Geilenkirchen Würmtal

Übrigens hat der Name des oft belächelten SELFKANTs (eine westliche Gemeinde des Kreises) seine Begründung auch durch den Sandboden. Der Begriff "Selfkante" änderte sich im Wandel der Sprache und würde bei heutiger Namensgebung "Sandkante" sein (sagte mein Heimatkunde-Lehrer).

In einer Veröffentlichung der lokalen Presse (2006) wird nun vermutet, dass die Bezeichnung vom Saeffelbach abgeleitet wird. Vor vielen Jahrhunderten zunächst «Safia» genannt, später daraus Saefele abgeleitet. Nachforschungen ergaben, dass eine Ableitung - ähnlich wie bei den im Maas- oder Roerland gebräuchlichen Bezeichnungen Maas- und Roerkant - aus Saefelland den Begriff Saefelkant entstehen ließ und im Laufe der Zeit dann «der Selfkant».

Geschichtliches von der ersten Siedlung an der Furt der Wurm, der Grenzziehung im Mittelalter, der Annektion durch Napoleon 1794, der Zeit während der beiden Weltkriege bis zur heutigen Zeit im 20. Jahrhundert wird auf separaten Seiten beschrieben. Geilenkirchen Geschichte